Milchzähne

Zahnarztpraxis Christine Cosma informiert Sie über:

Milchzähne   -Teil 1-

Die Grundsteinlegung für ein naturgesundes Gebiss bis ins hohe Alter erfolgt schon vor dem Durchbruch der ersten Zähnchen in die Mundhöhle.

Karies ist eine „Infektionskrankheit“, denn sie wird durch Bakterien verursacht. Dabei ist das Wichtigste überhaupt, daß erst gar kein bakterieller Biofilm zustande kommen kann. Babys kommen nämlich ohne Bakterien im Mundraum zur Welt und diese können nur von anderen Personen an sie übertragen werden, eben durch das Ablecken des Schnullers, des Löffels oder durch das Benutzen desselben Bechers. Dies sollte vermieden werden.

Die Säulen der Prophylaxe für ein naturgesundes Gebiss sind:

1. die richtige Zahnpflege,

2. die Ernährung und das Trinkverhalten,

3. die Fluoridzufuhr

4. die Speichelstimulation und

5. die zahnärztlichen Kontrollen.

milchzaehne

Es ist mein Anliegen, ihnen einige Infos zu diesen Themen zu geben. In diesem Beitrag hier geht es erstmals um einige generelle Infos zu dem Milchgebiss und um Punkt 1, die

richtige Milch-Zahnpflege. Bitte haben sie Verständnis dafür, dass sich einige der Punkte aber durchaus wiederholen, da sie miteinander verbunden sind.

Das Milchgebiss des Kindes hat im Oberkiefer und im Unterkiefer jeweils 10 Zähne. Die erste Zahnungsphase beginnt etwa im 6. Lebensmonat und endet im 30. Lebensmonat mit dem Durchbruch der zweiten Milchbackenzähne. Normalerweise bleiben die Milchzähne ungefähr bis zum 12. Lebensjahr im Mund. Die Milchzähne haben wichtige Aufgaben zu

erfüllen. Sie dienen dem Kind nicht nur zum Abbeißen und zum Zerkleinern der Nahrung, sondern auch zur Sprachentwicklung. Sie haben eine Platzhalterfunktion für das bleibende Gebiss.

Fallen Milchzähne zu früh aus oder müssen entfernt werden, nehmen die Nachbarzähne ihren Platz ein und die bleibenden Zähne finden beim Durchbruch zu wenig Platz. So kann es zu Durchbruchsstörungen und Zahnfehlstellungen kommen. Durch das Benutzen eines Beißrings und die dadurch erfolgte Massage des Kiefers wird der Durchbruch der Milchzähne gefördert und erleichtert. Dieser kann eventuell zur Linderung der Zahndurchbruchsbeschwerden auch gekühlt werden.

Schon mit dem Durchbruch der ersten Zähnchen in die Mundhöhle muss mit der Zahnpflege begonnen werden, denn bei mangelnder Pflege und ungünstigem Ernährungs- und Trinkverhalten können sie schon an Karies erkranken. Die Eltern sollten durch geeignete Hilfsmittel die Babys behutsam an die Zahnpflege heranführen. Hier seien die verschiedenen Fingerlinge, Fingerzahnbürsten und Zahnpflegelernsets genannt. Das ganze sollte spielerisch geschehen und ev. auch von dem Summen eines Kinderliedes begleitet werden.

Bei manchen Babys gibt es ein tief ansetzendes Lippenbändchen vorne, meistens im Oberkiefer, zwischen den mittleren Schneidezähnen, welches unbedingt beim Putzen beachtet werden sollte, um eben keinen Schmerzreiz zu setzen. Die Babys könnten ansonsten eventuell das Zähneputzen mit einem Schmerzempfinden verbinden.

Eine geeignete Kinderzahnbürste verfügt über einen großen rutschfesten Griff und ein kleines Borstenfeld mit weichen Borsten.

Es sollte versucht werden, nach den Hauptmahlzeiten die Zähne zu putzen, vor allem nach klebrigen, süßen Nahrungsmittel. Dies sollte bis zum 2. Lebensjahr nur einmal am Tag mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta ( max 500ppm Fluorid) gemacht werden, vorzugsweise dann abends, wobei die Zahnpastamenge die einer Erbse sein sollte.

Ansonsten sollte fluoridfreie Zahnpasta benutzt werden, da die Kinder bis 2 noch nicht ausspülen können. Wir bringen den Kindern auch immer schon im Kindergarten bei,wenn zu viel Schaum beim Zähneputzen im Mund entsteht, immer mal auszuspucken. Nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne kann dann jeweils mit einer Zahncreme mit erhöhter Fluoridkonzentration von 0,10-0,15% bzw.1500ppm geputzt werden.

Kinder können mit der Zahnpflege jedoch nicht allein gelassen werden. Die Eltern müssen immer nachputzen, bis die Kinder flüssig schreiben können. Erst dann ist die nötige Fingerfertigkeit für eine gründliche Mundhygiene ausgebildet. Dies ist etwa im vierten Grundschuljahr mit ungefähr 11 Jahren gegeben. Eltern können gerne das Nachputzen elektrisch tun, da es dann schneller und gründlicher geschieht. Die Kinder sollten aber manuell putzen, um überhaupt das Zähneputzen zu erlernen.

Für die ersten eigenen Putzversuche ist ein einfaches Zahnputzsystem wichtig, damit keine Ecke vergessen wird. Die KAI-Methode wird oft vermittelt: K(Kauflächen), A(Aussenflächen), I(Innenflächen). Dies üben wir immer wieder mit den Kindern im Rahmen unserer Betreuung im Kindergarten bei der sogenannte Gruppenprophylaxe als Patenzahnärzte und dann später im Rahmen der Individualprophylaxe zwischen dem 6.-18. Lebensjahr in der Praxis jedes halbe Jahr.


Ein weiterer wichtiger Baustein für ein kariesfreies Gebiss ist somit der regelmäßige Zahnarztbesuch jedes halbe Jahr. Die Kinder erhalten dabei immer wieder die Mundhygieneanleitung, bekommen durch das Anfärben der Zähne gezeigt, wo sieventuell noch Schwachstellen beim Putzen haben. Sie lernen und üben die richtige Technik

und bekommen ebenso die Benutzung sonstiger Hilfsmittel praktisch gezeigt. Wir stellen somit die Weichen für die spätere korrekte Durchführung der Mundhygiene und somit für ein dauerhaft gesundes Gebiss.


Denn gesund beginnt im Mund!


Eure Zahnarztpraxis Christine Cosma wünscht gutes Gelingen!